Das Wetter war in den letzten Tagen durchwachsen: grau, windig und regnerisch. Es gibt überall Störche. Sei es auf Kirchtürmen oder Scheunen. Wenn man ganz leise ist und ein wenig Glück hat, hört man sie sogar klappern. An dieser Etappe war besonders kurios, dass man Bahngleise ohne jegliche Sicherung überquert, die offensichtlich benutzt werden. Der Weg wird natürlich getreu mit gelben Hinweisen gezeigt. Hier sogar mit einem gelben Plastikstuhl, der zum Verweilen an den Gleisen einlud. Da kann man nur hoffen, dass niemand hier seinen schwarzen Humor verfolgte.
Auch spannend waren die Basketballplätze, die sich augenscheinlich in einem trockenen Kanal befanden. Ein wirklich spannender Ansatz für die flexible Nutzung eines Raumes im Zentrum, der ohne dies lediglich eine Aufgabe und das auch nur in besonderen Fällen erfüllt.
Nachdem ich gestern mit meiner kalten und modrigen Unterkunft kein Glück hatte, kam mir die heutige kleine Pension sehr gelegen. Sie war sehr gemütlich und bot ein schönes Badezimmer und sogar einen kleinen Kühlschrank im Zimmer. Es gab sogar eine kleine Dachterrasse, wo die Wäsche trotz des unbeständigen Wetters trocken wurde. Es ist erstaunlich, dass der Körper sich richtig auf die Vitamine und das Essen zu freuen scheint. Ich versuche einfach, aber ausgewogen zu kochen. Die kleine Flasche Olivenöl ist zwar nicht sonderlich leicht, macht sich allerdings unersetzbar für den wandernden Feinschmecker. Schnell hat man mit einer Zwiebel, Gemüse und einer Dose Bohnen sowie dem unerlässlichen Brühwürfel einen herzhaften Eintopf gezaubert. Der wärmt nicht nur, sondern scheint auch genau das zu liefern, was man braucht, um sich zu regenerieren.






Ich erkenne so langsam, inwiefern sich die Plata von anderen Pilgerwegen unterscheidet. Die Weite der Flächen und für das Auge ist unglaublich. Es ist für mich eine elegante Schlichtheit. Irgendwie wie eine riesige leere Leinwand, auf die man seine Gedanken und Gefühle bannt. Auf der einen Seite ziehen sich dadurch die Wege verhältnismäßig in die Länge, da es weniger Abwechslungen gibt, die den Weg unterbrechen. Andererseits fiel es mir leichter, Freiheit und eine gewisse Ehrfurcht zu empfinden. Es lässt sich kaum vermeiden.


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