Von Sarria nach Portomarín
Der Regen ging bis zum Mittag weiter! Mit einem großen Unterschied: Er prasselte nun auf eine bunte, neonfarbene Raupe aus hunderten Pilgern. Ich war ja bereits vorgewarnt!
Die Stimmung ist eine ganz andere. Es wird gedrängelt und jeder Stein wird fotografiert. Es bilden sich Schlangen und Solidarität weicht dem Windhundprinzip. Natürlich fehlen auch die Souvenirsläden nicht.
Die bekannten Gesichter und Sympathien bleiben aber erhalten und wir schmunzeln über die neuen „Pilger“. Auch habe ich mir heute einen fantastischen Scherz erlaubt! Einer Traube von ca. 30 Leuten voranschreitend, kam ich auf einen ca. 2,5m breiten Bach zu. Ich erkannte einen versteckten Übergang, der aber bisher nur von mir gesehen wurden konnte. So nahm ich in großer Geste Anlauf und tat, als würde ich jetzt über den Bach springen. Als ich im letzten Moment stoppte und über die Schulter blickte, sah ich entsetzte Gesichter. Als ich dann aber auf die versteckte Brücke zeigte, war die Erleichterung und das Lachen groß.




Die Etappe war zur Abwechslung einfach und ich habe viel geplaudert. Heute schlafe ich im bisher größten Schlafsaal mit 130 Betten, die durch Vorhänge in Gruppen von 40-50 Betten unterteilt sind. Die Chance ist groß, dass jemand schnarcht! Sehr froh bin ich über das Knacken der 100km-Marke und die berechtigte Hoffnung, dass morgen die Sachen wieder trocken sein werden!
Camino T24
From Sarria to Portomarín
The rain persisted until noon! With one major difference: it now beat down on a colorful, neon-colored caterpillar of hundreds of pilgrims. I had been forewarned!
The atmosphere is completely different. There’s pushing and every stone is being photographed. Lines are forming, and solidarity is giving way to the greyhound principle. Of course, the souvenir shops are also present.
However, the familiar faces and sympathies remain, and we chuckle at the new ‘pilgrims.’ Today, I allowed myself a fantastic prank! Leading a group of about 30 people, I approached a stream about 2.5m wide. I spotted a hidden crossing that only I had seen so far. So, with a grand gesture, I pretended to prepare to jump over the stream. Just as I was about to leap, I stopped and glanced over my shoulder, seeing horrified faces. But when I pointed to the hidden bridge, relief and laughter spread.
For a change, the stage was easy, and I chatted a lot. Tonight, I’m sleeping in the largest dormitory so far, with 130 beds divided into groups of 40-50 by curtains. There’s a good chance someone will snore! I’m very happy to have passed the 100km mark and hopeful that tomorrow my things will be dry again!


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