
Klarer blauer Himmel und perfektes Pilgerwetter. Heute sind auffällig viele Pilger mit dem Rad unterwegs. Da wird es manchmal ein bisschen eng auf den verschlungenen Pfaden. Mit Musik im Ohr kann man sich ganz schön erschrecken, wenn plötzlich jemand vorbeibraust.
Die Ortschaft ist wirklich ganz charmant, und wir haben den absoluten Jackpot geknackt mit der öffentlichen Herberge. Ich glaube, für 10 Euro konnten wir dort übernachten. Wäschewaschen (mit Maschine und Waschmittel!) war möglich und inklusive. Das Haus und die Bäder waren neu gemacht, und gegenüber lag eine zauberhafte kleine Kapelle, die mit Rosen und anderen Blumen geschmückt war.
Neulich habe ich mich mit einer lieben Freundin über das Pilgern unterhalten. Wir waren uns einig, dass es immer ein paar Tage und Anstrengung braucht, um sich zu öffnen und fremde Menschen an sich heranzulassen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf glaube ich, dass dies der Tag war, an dem das Eis für mich brach. Wir waren eine Gruppe von gut acht Leuten und aßen in einer kleinen Seitenstraße draußen unter freiem Himmel. Dazu tranken wir gesellig, lachten viel und unbeschwert. Gerade diese Unbeschwertheit und das Lachen nach einem Tag körperlicher Arbeit ist mit das Schönste. Man ist glücklich müde – die angenehmste Art, wie ich finde – und zudem nicht allein. Ich denke, das ist etwas, das im Alltag und insbesondere in den großen Städten verloren gegangen ist: der unbeschwerte und herzliche Umgang mit Fremden.




Clear blue skies and perfect weather for pilgrimage. Today, there were noticeably many pilgrims traveling by bike. Things got a bit tight on the winding paths at times. With music in your ears, it can really startle you when someone suddenly whizzes past.
The village is truly charming, and we totally hit the jackpot with the public hostel. I think we were able to stay there for just 10 euros. Laundry (with machine and detergent!) was included. The building and bathrooms had been newly renovated, and just across the street was a lovely little chapel, beautifully decorated with roses and other flowers.
The other day, I had a conversation with a dear friend about pilgrimage. We both agreed that it always takes a few days and some effort to open up and let strangers get close to you. With that thought in mind, I believe today was the day when the ice broke for me. We were a group of about eight people, sitting outside in a small side street, eating under the open sky. We drank together, laughed a lot, and felt carefree. That feeling of lightness and laughter after a day of physical effort is one of the most beautiful things, I think. You’re happily tired — the best kind of tired, in my opinion — and, more importantly, not alone. I think that’s something that’s been lost in everyday life, especially in big cities: the carefree and warm-hearted way of interacting with strangers.


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